Epilog
Diese Worte wurden am 03.09.2022 fertiggestellt. Der Krieg in der Ukraine wütet nun seit 6 Monaten und 10 Tagen und ein Ende ist nicht in Sicht. Aber ich kann mich noch genau an den Morgen des 24. Februar erinnern, als mich die Nachricht ereilte, dass das Unfassbare geschehen war und klar wurde, dass Russland die ganze Welt über Monate hinweg getäuscht hatte.
Annalena Baerbock schrieb am ersten September in der ZEIT, es gebe keinen Weg zurück: „Die harte Wahrheit lautet: Russland wird eine Bedrohung für Frieden und Sicherheit bleiben. Europa muss deshalb seine Strategie gegenüber Moskau neu ausrichten.“ Darauf muss man sich wohl einstellen. Und erkennen, dass der Höhepunkt des Wohlstandes in Deutschland schon überschritten wurde. Ein weiter so wird es nicht geben.
Wie wir auf den letzten Seiten gelesen haben, erschüttern die Beben des Krieges aber nicht nur Deutschland und Europa, sondern die ganze Welt und das in mannigfacher Hinsicht. Bleibt abzuwarten, wie diese Welt (und v.a. ihre rätselhaften Bewohner) sich verhält, die sich auch ohne diesen Krieg schon nahe an einem menschlichen Abgrund befindet und diesem mit unsicherem Schritt nun noch schneller entgegen taumelt.
Die Posthumanisten trachten danach, das gegenwärtige menschliche Stadium zu überwinden und dem Menschen zu verwehren, die Natur zu zerstören und sich selbst als ethisch höherwertig zu sehen. Keine schlechte Idee, aber was dann? Ich arbeite derzeit genau an diesen Fragen (und Antworten) und bin froh, dieses Essay nun abgeschlossen zu haben, damit ich mich ganz dem nächsten noch wichtigeren Thema widmen kann.
Die Krise in der Ukraine war ursprünglich nur als ein Kapitel des Buches gedacht, aber die Krise hat eine derartige Dimension angenommen, dass es 6 Monate gedauert hat, sie in dieser Form zu verarbeiten. Während ich nun (noch immer nicht frierend) ein neues Kapitel aufschlage, leiden die Menschen in der Ukraine weiter und Ihnen gilt mein Herz, mein Schmerz, mein Mitgefühl und diese Worte.
Die Kapitel dieses Essays entstanden zu verschiedenen Zeiten und spiegeln somit auch verschiedene Phasen des grausamen Geschehens wider. Im Prinzip ist die Reihenfolge entsprechend dem zeitlichen Ablauf, nur das letzte Kapitel, der „Lösungsteil“ wurde, weil die Lage so grauenerregend desperat war, auf vielfachen Wunsch vorgezogen.
Und es gäbe Möglichkeiten, wir müssen sie nur wahrnehmen und nicht nur auf die Politik warten und schon gleich gar nicht auf die Wirtschaft. Selbst wenige, selbst jeder Einzelne kann etwas verändern. Wenn also diese Zeilen auch nur ein wenig helfen, einem Flügelschlag eines Schmetterlings gleich, nur etwas bewirken, dann hat sich die Mühe gelohnt.
Ihr
Ingo Knito